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"Verspiel nicht mein Leben!“

Suchthilfe lädt zu Infoabend für Angehörige von Glücksspielern und Interessierte am 11. Oktober ein

Allein in Niedersachsen weisen rund 40.000 Menschen ein mindestens problematisches Glücksspielverhalten auf. Und hinter jedem Spieler stehen weitere Familienangehörige, die unter den Auswirkungen dieser Sucht leiden. Unter dem Motto „Verspiel nicht mein Leben“ stehen diese Angehörigen im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstages Glücksspielsucht. Die Suchthilfe Hildesheim von Caritas und Diakonie lädt darum Betroffene und Interessierte zu einem offenen Infoabend am Mittwoch, 11. Oktober, um 19 Uhr im Caritashaus Hildesheim, Pfaffenstieg 12, ein.

Nach einem halbstündigen Filmbeitrag „Mein Mann, der Spieler“ gibt es an diesem Abend weitere Informationen und vor allem die Gelegenheit zu Gespräch und Austausch.

„Eine Familie ähnelt einem Mobile. Wenn ein Familienmitglied suchtkrank ist, sind alle anderen auch betroffen und versuchen alles Mögliche, um wieder für ein Gleichgewicht zu sorgen“, so Martina Kuhnt, Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS). Das Suchtproblem des Familienmitglieds wird vertuscht und alle schämen sich. Vielfach fühlen sich die Angehörigen für den Zustand des suchtkranken Familienmitglieds mitverantwortlich und vernachlässigen ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse bis hin zur Isolation. „Bloß nicht auffallen“ – nach diesem Motto leben viele Angehörige und stehen unter andauernden Belastung und chronischem Stresserleben. Hinzu kommen vielfach die Schulden der Spieler, die konkrete Auswirkungen auch für die Angehörigen mit sich bringen.

Vor allem die Kinder werden häufig vergessen. Schätzungen gehen davon aus, dass es bundesweit etwa 37.500 bis 150.000 Kindern von glücksspielsüchtigen Eltern gibt. Dabei sind Kinder suchtkranker Eltern die größte bekannte Sucht-Risikogruppe. Ihr Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus nichtsüchtigen Familien bis zu sechsfach erhöht.

Die Glücksspielenden selbst erhalten seit einigen Jahren zunehmend eine bessere Betreuung und Beratung. Aber auch die Angehörigen benötigen Unterstützung, Hilfe und vor allem Entlastung. Diese können sie nun auch in der Suchtberatung finden.