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Glücksspielwerbung als Trigger

Aktionstag gegen Glücksspielsucht richtet Fokus auf Glücksspielwerbung

Zum bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht am Mittwoch, 30. September, fordert die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen unter dem bundesweiten Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“ die Einschränkung von Glücksspielwerbung. Die Suchthilfe Hildesheim des Caritasverbandes für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V. unterstützt diese Forderung.

Glücksspiel wird häufig als harmloser Freizeitspaß dargestellt. Die Risiken von Verschuldung, Kontrollverlust und Suchterkrankungen treten dagegen in den Hintergrund. In Niedersachsen haben Hochrechnungen zufolge mittlerweile mehr als 400.000 Menschen eine glücksspielbezogene Störung oder weisen ein riskantes Spielverhalten auf. Werbung trägt maßgeblich dazu bei, Glücksspiel zu normalisieren und als alltäglichen Bestandteil des Lebens erscheinen zu lassen. Insgesamt hat die Glücksspielbranche in Deutschland im Jahr 2025 laut Nielsen-Werbestatistik mehr als 620 Millionen Euro für Werbung ausgegeben. Damit gehörte sie zu den zehn Branchen mit den größten Werbebudgets.

 

Glücksspielwerbung verfolgt ein klares Ziel: Sie soll Menschen zur Teilnahme am Glücksspiel motivieren und neue Zielgruppen erschließen. Dabei setzt moderne Werbung gezielt auf emotionale Botschaften, Gewinnversprechen sowie die Verknüpfung mit Sport, Unterhaltung und Gemeinschaft. Hinzu kommen personalisierte und zielgruppenspezifische Werbeformen, die individuell auf Nutzer*innen zugeschnitten sind. Die Möglichkeit, Glücksspielangebote zu bewerben, steht aus suchtfachlicher Perspektive im Widerspruch zu Zielen des Spieler-, Jugend- und Gesundheitsschutzes. Während für andere gesundheitsschädliche Produkte und Suchtmittel längst weitreichende Werbebeschränkungen gelten, bleibt Glücksspielwerbung in vielen Bereichen weiterhin erlaubt.

„Glücksspielwerbung ist kein harmloser Begleiter von Freizeit und Sport, sondern ein wesentlicher Treiber der Normalisierung. Deshalb fordern wir ein Ende von Sponsoring, Dachmarkenwerbung und anreizenden Online-Kampagnen sowie ein klares Verbot von Boni und Freiwetten als Werbemittel“, so Michael Cuypers, Abteilungsleiter der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen.

 

Kostenlose Beratung für Betroffene und deren Angehörige in Stadt und Landkreis Hildesheim
Dem Ruf nach Einschränkungen der Glücksspielwerbung schließt sich die Caritas-Suchthilfe an. Wie verlockend die Glücksspielwerbung ist, erlebt die zuständige Fachkraft für Glücksspielsuchtprävention beim Caritasverband Hildesheim Cathrin Rack beinahe täglich bei ihrer Arbeit mit Betroffenen: „Klient*innen sagen mir immer wieder, dass sie Glücksspielwerbung triggert und belastet. Viele wünschen sich ein Werbeverbot.“ Betroffenen aus dem Landkreis Hildesheim, die feststellen, dass Glücksspiele zunehmend Zeit, Gedanken oder Geld bestimmen, sowie deren Angehörige bietet sie kostenlose Beratung an.

 

Über den Aktionstag Glücksspielsucht und die NLS
Der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht macht jährlich auf die Folgen problematischen Glücksspiels aufmerksam. Glücksspielsucht ist eine anerkannte Suchterkrankung, die gravierende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die finanzielle Situation und das soziale Umfeld der Betroffenen haben kann.
Die NLS ist in der Trägerschaft der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen e. V. (LAG FW). In der LAG FW sind die sechs niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Dies sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert die LAG FW über 8.000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 300.000 hauptamtlich Beschäftigten und über 500.000 ehrenamtlichen Helfer*innen.

 

Kontakte für Rückfragen:
Caritasverband für Stadt und Landkreis Hildesheim e.V.
Cathrin Rack – Fachkraft für Glücksspielprävention und -beratung
05121 / 1677 267 | cathrin.rack@caritas-hildesheim.de | www.caritas-hildesheim.de

Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen
Neela Schremmer & Lea-Marie Gehrlein
0511 / 6262 660 | info@nls-online.de | www.nls-gluecksspielsucht.de

Bildunterschrift: Das diesjährige Motto des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht lautet „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“.